Amazon Fire TV Stick 4K (2026): Neue Generation mit Vega OS und überarbeiteter Fernbedienung

Philipp Briel
Philipp Briel · 6 Min. Lesezeit
Amazon Fire TV Stick 4K (2026)
Bild: Amazon

Amazon hat eine neue Generation des Fire TV Stick 4K vorgestellt. Der Streaming-Stick soll laut Hersteller 20 bis 40 Prozent schneller starten als vergleichbar teure Konkurrenzmodelle, läuft künftig mit Alexa+ und bringt eine komplett überarbeitete Fernbedienung mit. Wer allerdings auf Dolby Vision oder das Nachladen eigener Apps per Sideloading angewiesen ist, muss beim neuen Modell Abstriche machen.

Der neue Fire TV Stick 4K ist ab sofort für 74,99 Euro erhältlich und ersetzt das bisherige 4K-Einstiegsmodell. Die neue Fire TV-Fernbedienung kostet einzeln 15,99 Euro und lässt sich bereits vorbestellen, ausgeliefert wird sie ab Ende Oktober.

Kurz zusammengefasst:

  • Neuer Fire TV Stick 4K für 74,99 Euro, ab sofort verfügbar
  • Bis zu 40 Prozent schnellerer Start laut Amazon, Wi-Fi 6, Quad-Core-Prozessor mit 1,7 GHz
  • Direct-Power-Funktion: Stromversorgung direkt per USB über den Fernseher
  • Läuft mit Vega OS statt Fire OS, Sideloading von Apps ist damit nicht mehr möglich
  • Kein Dolby Vision, keine Dolby-Atmos-Dekodierung
  • Neue Fire TV-Fernbedienung mit griffigerem Design und programmierbarer Taste, 15,99 Euro, ab Ende Oktober

Fire TV Stick 4K (2026): Technische Daten im Überblick

Unter der Haube hat sich beim Prozessor wenig getan: Der neue Fire TV Stick 4K setzt weiterhin auf einen Quad-Core-Chip mit 1,7 GHz, wie ihn schon das 2023er-Modell verbaut hatte. Den Geschwindigkeitsgewinn will Amazon vor allem über Software-Optimierungen und das neue Betriebssystem Vega OS erreichen. Laut Hersteller schaltet sich der Stick schneller ein, Apps starten rund 35 Prozent zügiger und die Wiedergabe beginnt etwa 20 Prozent früher als beim Vorgänger.

Spezifikation Fire TV Stick 4K (2026)
Prozessor Quad-Core, 1,7 GHz
Speicher 8 GB
WLAN Wi-Fi 6
Auflösung 4K, bis zu 60 fps
HDR HLG, HDR10, HDR10+ (kein Dolby Vision)
Audio Kein Dolby-Atmos-Decoding, nur HDMI-Passthrough
Betriebssystem Vega OS
Stromversorgung Direct Power über USB-Anschluss am Fernseher
Preis 74,99 Euro
Amazon Fire TV Stick 4K (2026)
Bild: Amazon

Auffällig ist vor allem, was fehlt: Der neue Stick ist das erste 4K-Modell der Reihe ohne Dolby Vision, und auch eine Dolby-Atmos-Dekodierung ist nicht mehr an Bord. Wer Dolby-Atmos-Ton nutzen möchte, ist auf HDMI-Passthrough an einen kompatiblen AV-Receiver oder eine Soundbar angewiesen. Wer bisher einen Fire TV Stick mit Dolby Vision genutzt hat, bekommt beim neuen Modell also technisch ein kleineres Paket, auch wenn Amazon das vor allem mit dem schnelleren Nutzungserlebnis kompensieren will.

Vega OS statt Fire OS: Das ändert sich beim Sideloading

Der größere Umbruch steckt im Betriebssystem. Statt des von Android abgeleiteten Fire OS läuft der neue Stick mit Amazons hauseigenem Vega OS, das bereits beim im Frühjahr vorgestellten Fire TV Stick HD zum Einsatz kam. Länger kursierten Gerüchte, Amazon würde bei der neuen Generation doch bei Android bleiben, wie wir in einer früheren Meldung berichtet hatten. Jetzt zeigt sich: Vega OS setzt sich durch.

Für Nutzer bedeutet das vor allem eines: Sideloading, also das manuelle Nachladen von APK-Dateien und Apps außerhalb des offiziellen App-Stores, ist unter Vega OS nicht mehr möglich. Wer bislang etwa Kodi auf einem Fire TV Stick installiert hat, kann das mit dem neuen 2026er-Modell nicht mehr auf demselben Weg tun. Amazon hat seit dem Vega-OS-Start vor rund einem Jahr zwar mehr als 2.000 zusätzliche Apps freigeschaltet, darunter Spotify, Xbox, VLC und mehrere VPN-Dienste, neben bereits zuvor verfügbaren Diensten wie Netflix, Disney+, YouTube, Prime Video und HBO Max. Trotzdem bleibt die App-Auswahl insgesamt kleiner als auf den älteren, Android-basierten Fire-TV-Geräten.

Alexa+ ist auf dem neuen Stick von Anfang an mit dabei, ebenso wie das überarbeitete Fire-TV-Interface. Wer die Sprachsteuerung noch nicht kennt, findet in unserem Überblick zu den wichtigsten Alexa-Befehlen einen guten Einstieg.

Neue Fire TV-Fernbedienung: Griffiger und mit programmierbarer Taste

Gemeinsam mit dem Stick bringt Amazon eine überarbeitete Fire TV-Fernbedienung an den Start. Sie fällt asymmetrisch geformt aus: Die Oberseite ist flach, die Unterseite gewölbt und etwas schwerer, sodass man sie fast automatisch richtig herum in die Hand nimmt. Die Home-Taste, laut Amazon durchschnittlich über 100 Millionen Mal pro Tag auf Fire-TV-Geräten gedrückt, hat jetzt eine Metalloberfläche bekommen. Die übrigen Tasten sind vertieft oder deutlicher konturiert, damit man sie auch im Dunkeln ertasten kann.

Neu ist außerdem eine programmierbare Taste, die bislang nur der teureren Fernbedienungsvariante vorbehalten war. Damit lässt sich zum Beispiel eine bevorzugte App direkt öffnen oder eine Einstellung wie Untertitel oder Bildschirmlupe aktivieren. Wie gewohnt kann die Fernbedienung auch kompatible Fernseher, Soundbars und Receiver steuern, inklusive eigener Tasten für Ein- und Ausschalten sowie Lautstärke. Kompatibel ist sie mit allen Fire-TV-Geräten und Amazon-Fernsehern seit 2019.

Fire TV Stick 4K vs. Fire TV Stick 4K Max und Fire TV Stick HD

Mit dem neuen Modell räumt Amazon das Stick-Portfolio auf. Statt bislang drei 4K-Varianten gibt es künftig eine klarere Staffelung:

Modell Zielgruppe Besonderheiten
Fire TV Stick HD Einstieg Günstigstes Modell, Vega OS, für HD-Streaming
Fire TV Stick 4K (2026) Preis-Leistung 4K, schnelleres Nutzungserlebnis, kein Dolby Vision
Fire TV Stick 4K Max Gamer und Heimkino Mehr Speicher, Dolby Vision, Dolby Atmos, Alexa+ Home Theater
Amazon Fire TV Stick 4K (2026)
Bild: Amazon

Wer auf Dolby Vision oder Dolby-Atmos-Decoding nicht verzichten will, landet also beim Fire TV Stick 4K Max oder direkt beim Fire TV Cube, Amazons Spitzenmodell mit freihändiger Alexa+-Steuerung. Ältere Fire-TV-Modelle bleiben parallel im Handel, solange der Vorrat reicht.

Preise und Verfügbarkeit

Der neue Fire TV Stick 4K kostet 74,99 Euro und ist ab sofort in Deutschland sowie weiteren Märkten erhältlich, darunter die USA, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und die Schweiz. Weitere Länder sollen im Laufe des Oktobers folgen. Die neue Fire TV-Fernbedienung lässt sich für 15,99 Euro einzeln vorbestellen, die Auslieferung startet Ende Oktober. Wer ohnehin zuschlagen will: Zu den Amazon Prime Deal Days am 6. und 7. Oktober dürften beide Produkte vergünstigt angeboten werden.

Darüber hinaus hat Amazon bereits weitere Fire-TV-Funktionen angekündigt, die zunächst in den USA starten und laut Unternehmen ab Anfang 2027 auch in anderen Ländern verfügbar sein sollen. Details dazu hat Amazon noch nicht veröffentlicht.

Fazit

Der neue Fire TV Stick 4K ist in der Praxis vor allem ein Tempo-Update: schnellerer Start, schnellere Apps, bequemere Stromversorgung über USB. Wer aber Wert auf Dolby Vision, Dolby-Atmos-Decoding oder das Nachladen eigener Apps per Sideloading legt, bekommt mit dem Umstieg auf Vega OS spürbar weniger als bei den bisherigen, Android-basierten Fire-TV-Sticks. Für die meisten Streaming-Nutzer dürfte das kein Hindernis sein, für Technik-Bastler und Kodi-Fans schon eher.