Meist viel zu selten: Wie oft sollte man den Parkettboden wirklich wischen?

Ein gepflegter Holzboden wertet jedes Zuhause auf – nur wie oft sollte man den Parkettboden wirklich wischen und reinigen? Das und welche Fehler Sie vermeiden sollten, erfahren Sie hier
Parkett reinigen Esszimmer mit hellem Holzboden in dem ein Glastisch mit vier dunklen Stühlen mehrere Zimmerpflanzen...
Viele Fehler können bei der Reinigung von Parkett passieren. Hier erfahren Sie, wie es richtig geht.Jamie McGregor Smith

Parkett reinigen: Wie oft man den Parkettboden wirklich wischen sollte, erfahren Sie hier.

Unsere Fußböden sind mehr Belastung ausgesetzt als alles andere in den eigenen vier Wänden. Wir schieben Möbel hin und her, lassen Gegenstände fallen und tragen allen möglichen Schmutz von draußen herein. Insbesondere für einen sensiblen Holzfußboden sind Steinchen und Äste, die gern mal im Profil unserer Schuhe steckenbleiben, gefährlich.

Wie oft sollte man den Parkettboden wischen?

Expert:innen empfehlen, je nach Zustand des Holzes, im Idealfall Parkett täglich trocken und einmal die Woche nebelfeucht zu reinigen. Dass es keinesfalls feuchter als nebelfeucht sein sollte, ist dabei der wohl wichtigste Pflegetipp. Denn wird Parkett nass gewischt, kann die Feuchtigkeit in das Material einziehen und es dazu bringen, seine Form zu verlieren oder gar aufzuquellen.

Parkett wischen und reinigen: Das müssen Sie beachten

Wie bereits erwähnt: Parkett wird am besten täglich trocken und einmal in der Woche nebelfeucht mit Wischwasser gereinigt. Doch braucht es für die wöchentliche Grundreinigung nur klares Wasser, oder empfehlen sich zusätzliche Mittel für die unterschiedlichen Holzbeläge? Ob Holzbodenseife aus der Drogerie oder natürliche Pflegeprodukte, die Sie zu Hause haben – was sich am besten für versiegeltes, geöltes oder gewachstes Parkett eignet, haben wir für Sie zusammengefasst.

Versiegeltes Parkett

Versiegelte Parkettböden findet man oft in Hausfluren oder Küchen, denn im Gegensatz zu der geölten oder gewachsten Variante ist es weniger empfindlich. Warum das so ist, verrät bereits die Bezeichnung dieses Holzbodens: Dieser ist nämlich versiegelt. Die wohl häufigste Form der Versiegelung ist Lack. Man findet auch oft die Bezeichnung „lackiertes Parkett“ als synonyme Beschreibung für versiegeltes Parkett.

Trotz der robusten Versiegelung gilt auch hier die wichtigste Regel für die Parkettpflege: nicht zu feucht wischen! Außerdem: Ist die Versiegelung geschädigt, müssen Sie das Parkett zuerst abschleifen oder professionell abschleifen lassen, bevor Sie es reinigen. Versiegeltes Parkett ohne Beschädigungen und starke Verschmutzungen können Sie mit konventionellen Pflegeprodukten für Holzböden oder mit klarem Wasser wischen. Sind hartnäckige Flecken auf dem Boden, gibt es ein natürliches Hausmittel, das Ihnen bei der Reinigung helfen kann: schwarzer Tee. Das ist tatsächlich ein ausgezeichnetes Hausmittel, um versiegeltes Parkett zu reinigen. Die im Tee enthaltenen Gerbstoffe lösen zuverlässig Schmutz, Fettflecken und sogar Nikotin aus dem Holz. Mischen Sie einen Liter Wasser mit fünf Teebeuteln, um den Bodenbelag damit nebelfeucht zu wischen.

Geöltes Parkett

Geölte Parkettböden sind für Schmutz und Flüssigkeiten besonders anfällig, da das Öl das Holz zwar mit einer Schutzschicht bedeckt, aber Poren offen lässt, damit das Material atmen kann. Mindestens einmal im Jahr sollte der Holzboden vor der Reinigung neu geölt oder gebohnert werden, damit die Ölschicht ihre Schutzeigenschaften nicht verliert. Zum Nachölen eignen sich spezielle Pflegeöle, die Sie im Fachhandel kaufen können. Aber auch Hausmittel eignen sich als Öl-Refresher. Dazu zählen Leinöl und andere Pflanzenöle. Allerdings sollte man wissen, dass Leinöl mehrere Wochen benötigt, um vollständig einzuziehen, und dem geölten Boden erst dann wieder ausreichenden Schutz gibt.

Gewachstes Parkett

Ähnlich wie geölte Parkettböden besitzen die gewachsten ebenfalls eine Schutzschicht, die es regelmäßig zu erneuern gilt. Zum Auffrischen lassen sich im Fachhandel oder in Baumärkten Holzwachse finden. Wie beim Einölen ist auch für das Einwachsen der ideale Rhythmus, es mindestens einmal pro Jahr zu tun. Für die alltägliche Reinigung empfehlen Expert:innen bei gewachstem Parkett das Wischen mit einem Baumwolltuch – entweder trocken oder maximal nebelfeucht.

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Die besten Hausmittel, die sich für alle Holzböden eignen

Schwarzer Tee, Leinöl oder spezielle Holzbodenreiniger – vorausgegangen haben wir für Sie zusammengefasst, welche Pflegemittel sich für die Parkett-Reinigung eignen. Daneben gibt es aber auch drei natürliche Hausmittel, die universell für Holzböden eingesetzt werden können. Wie die Alleskönner dosiert und angewendet werden sollten, lesen Sie im Folgenden.

Essig

Holzböden können mit Essig gereinigt werden, um die Bodenbeläge von Verschmutzungen zu befreien und wieder zum Glänzen zu bringen. Wichtig ist aber, dass das Hausmittel moderat angewendet wird. Zwei bis drei Teelöffel Essig auf einen Liter Wasser reichen für die Reinigung vollkommen aus. Behandeln Sie die verschmutzten Stellen und wischen Sie danach am besten noch zwei- bis dreimal mit reinem Wasser nach.

Spülmittel

Spülmittel zählt auch zu den Alleskönnern beim Putzen, die man stets im Haushalt hat. Es ist zwar kein natürliches Hausmittel, aber bei den meisten immer zur Hand. Auf Parkett wird Spülmittel zum Retter in der Not bei frischen Flecken. Mischen Sie es dafür mit Wasser und reinigen Sie die verschmutzte Stelle. Spülmittel hilft allerdings nur als Sofortlösung auf Holzböden; bereits eingezogene Flecken werden Sie damit wahrscheinlich nicht mehr beseitigen können, sondern müssen dann zu härteren Geschützen wie Spiritus greifen.

Spiritus

Spiritus eignet sich als Hausmittel für die Holzboden-Reinigung – vor allem, wenn das Parkett stark verschmutzt ist. Für die Behandlung schütten Sie die Flüssigkeit direkt auf den Fleck und lassen sie wenige Minuten einwirken. Dann können Sie sie problemlos wegwischen. Anschließend wischen Sie den Boden wie gewohnt.

Radiergummi

Eine alltägliche Situation: Die Kinder rennen in Straßenschuhen durch die Wohnung – und da ist es schon passiert: ein schwarzer Streifen auf dem Holz. Ein Radiergummi aus dem Schreibwarengeschäft kann in so einem Fall die Lösung sein und das Parkett reinigen. Noch besser gegen die Verfärbungen funktionieren die in jeder Drogerie erhältlichen „Schmutz-Radierer“.

4 Fehler, die Sie beim Parkett wischen und reinigen vermeiden können

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um Holzböden richtig zu reinigen. Andererseits kann man leider auch in vielerlei Hinsicht falsch liegen. Bei der Auswahl des Reinigungsmittels ist in erster Linie wichtig, nichts zu Aggressives zu wählen. Mittel, die Silikonöle oder Mineralölderivate enthalten, sollten nicht infrage kommen. Stattdessen lohnt es sich, spezielle Parkettpflegemittel, die man in Supermärkten, Baumärkten und Drogerien erhält, mit Wasser verdünnt zu nutzen, um das Parkett zu reinigen. Zwar ist es ganz normal, dass Holzböden nach einigen Jahren nicht mehr frisch aussehen, aber wenn Sie die folgenden Fehler beim Reinigen vermeiden, können Sie das Beste aus dem Bodenbelag machen.

#1 (Zu) feucht wischen

Wasser ist der Erzfeind – vordergründig bei Parkettböden. Das Holz kann sich bei zu viel Feuchtigkeit wellen, verziehen oder aufquellen und ist damit de facto ruiniert. Deswegen: Parkett immer nur mit wenig Wasser und niemals feuchter als nebelfeucht reinigen. Dampfreiniger können bei der richtigen Dosierung helfen – aber auch nur, wenn die Haushaltsgeräte über einen entsprechenden Aufsatz verfügen, der für Holzböden geeignet ist.

#2 Mit zu viel Druck staubsaugen

Ein anderes elektrisches Haushaltsgerät, das zum Erzfeind für Ihren Holzboden werden kann, wenn man es falsch anwendet, ist der Staubsauger. Insbesondere sensible Holzarten wie geöltes oder gewachstes Parkett reagieren auf unvorsichtiges Staubsaugen mit Kratzern. Die Lösung: Nie zu viel Druck beim Saugen auf das Gerät ausüben und am besten eine weiche Parkettdüse aufsetzen, um Holzböden vor Kratzern und Rissen zu bewahren. Alternativ können Sie das Parkett auch lieber fegen statt saugen.

#3 Keine Filzgleiter unter kratzende Oberflächen kleben

Filzgleiter unter Gegenständen, die direkt auf Holzböden stehen und nicht zum Beispiel auf einem Teppich im Raum, schützen das Material vor Kratzern und Rissen, wenn diese absichtlich oder unabsichtlich verschoben werden. Die Filzgleiter können unter alles angebracht werden, woran sie haften – dazu gehören etwa Stühle, kleine Tische, Blumentöpfe oder Stehlampen.

#4 Mit Mikrofasertüchern wischen

Neben Stühlen, Tischen, Blumentöpfen und Co. können auch Mikrofasertücher für Kratzer auf Holzböden verantwortlich sein. Die Haushaltshelfer können winzig kleine Risse in der Schutzschicht hinterlassen und sind deswegen nicht zum Reinigen von Böden aus dem natürlichen Material geeignet. Greifen Sie stattdessen lieber zu Tüchern ohne Struktur aus Baumwolle, die es auch in jeder Drogerie zu kaufen gibt.