Renovierung mit tropischem Flair: So wurde ein altes Kloster in Noto auf Sizilien zum Künstler-Loft voller Farbe und Fantasie.
Das Zuhause der brasilianischen Künstlerin Julia Martins Miranda in Noto übt auf Besucher:innen eine starke emotionale Wirkung aus. Sizilianische Handwerkskunst mischt sich hier mit brasilianischer Vitalität – und mit der dichten Atmosphäre einer Kulturlandschaft, die so reich an Traditionen und symbolischen Werten ist wie Sizilien.
„Nachdem ich meine Heimatstadt Belo Horizonte verlassen und in Großstädten wie Mailand und New York gelebt hatte, erlaubte mir der Umzug in eine kleine Stadt wie Noto in Sizilien, mein Leben zu entschleunigen, verschiedene kreative Projekte zu entwickeln und mich der Musik und auch der Malerei zu widmen“, sagt Julia Martins Miranda. Der erste Schritt war die Wahl des richtigen Ortes: Sie fand ihn im Zentrum der sizilianischen Stadt. Das Gebäude war ursprünglich ein Kloster, das im Laufe der Zeit in Wohnungen umgewandelt worden war.
Ein Haus in warmen Farben, das Innen und Außen verbindet
„Das Verstreichen der Zeit, oft in der Stille oder draußen in der Natur, hat mich auf ganz neue Gedanken gebracht. So ist hier in Noto unter anderem die Serie ,Pindorama‘ entstanden“, sagt die Künstlerin und deutet auf eine farbintensive Leinwand. „Diese Serie ist eine Rückkehr zu den Ursprüngen, als die Natur noch allgegenwärtig war, und der Mensch im Einklang mit ihr lebte.“
Sukkulenten und andere Grünpflanzen, sonnige Terrassen und historische Gebäude umgeben ihr Haus, die Verbindung zwischen Innen und Außen ist das Lebenselixier der Künstlerin; es wecke ihre Sinne und vor allem ihre Emotionen, sagt Julia Martins Miranda. Gemeinsam mit ihrem Partner Mimmo Calcagno hat sie die Renovierung ihres Lofts selbst in die Hand genommen.
Ein altes Kloster wird zum luftigen Loft
Es war den beiden wichtig, das ursprüngliche Erscheinungsbild des alten Klosters zu bewahren, das von längst vergangenen Zeiten zeugt. Es sollte jedoch nicht einfach konserviert, sondern durch Eingriffe, die Modernität und Tradition miteinander verbinden, zu neuem Leben erweckt werden.
„Wir haben eine umfassende Restaurierung durchgeführt, um den ursprünglichen Zustand so weit wie möglich wiederherzustellen. Dann haben wir dort ein loftartiges Wohnstudio eingerichtet“, erklärt die Künstlerin. Und während in der baulichen Umgebung der Barock dominiert, ist die Dekoration im Inneren auf ein Minimum beschränkt: Nur eine Handvoll Einrichtungsgegenstände unterstreicht die Wirkung der Kunstwerke und den Reichtum der Umgebung. „Wir haben mit außergewöhnlichen Handwerkern zusammengearbeitet, die die Möbel, die uns vorschwebten, hergestellt haben. Alle Elemente der Einrichtung wurden von uns selbst entworfen und umgesetzt.“ Die Farben des Interiors spiegeln die umliegende Landschaft wider. „In Noto wird das Licht von den barocken Gebäuden in warmen, goldenen Tönen reflektiert. Uns war deshalb klar, dass die Wohnung von Pflanzen und Gemälden bevölkert sein sollte.“
Ein häuslicher Dschungel im Herzen von Noto
Das Ergebnis? Ein häuslicher Dschungel, in dem man zwölf Monate im Jahr Natur und Farbe erleben kann. Ein warmes, sinnliches Herz, das die neutrale Palette der Wände belebt. „Farben regen die Fantasie an“, weiß Julia Martins Miranda. „In Brasilien bin ich mit einer Vielzahl vibrierender Farbtöne aufgewachsen. Ich versuche, die Erinnerungen an meine Kindheit in meine Bilder zu übertragen. Hoffentlich regen sie zu aufregenden Reisen in diese imaginäre Welt an, die mich fasziniert.“
Das Loft besitzt eine ganz besondere Atmosphäre, es wirkt luftig, und doch fühlt man sich willkommen und geborgen. Lange Vorhänge trennen das intimere Schlafzimmer und das Bad mit Dusche wie eine Bühne vom Wohnbereich ab. „In diesem großen Raum ist mein Lieblingsbereich die Dusche. Sie ist offen und geräumig, aber auch etwas geschützt, und man hat das ganze Haus im Blick. Es ist ein einzigartiges Erlebnis, in dieser Umgebung zu duschen, und in der Regel entstehen hier die Ideen, ich kann meine Gedanken ordnen und mich entspannen.“
Und so war dieses stimmungsvolle Künstler-Loft in Noto für die Entstehung der „Pindorama“-Serie von grundlegender Bedeutung: „Die warmen Farben der Steinwände und das golden schimmernde Messing inspirieren mich bei der Wahl der Farben für meine Bilder“, sagt Julia Martins Miranda. „Und die Höhe der Decke ermöglicht es mir, Bilder zu malen, die so groß sind, wie ich es mir wünsche.“
Im August wird die Künstlerin Julia Martins Miranda eine Einzelausstellung auf dem Landgut und Resort „Iuta Farm“ zeigen, in einem neuen Ausstellungsraum mit Blick auf das Meer.
Zuerst erschienen bei AD Italia.







