Alpen-Chalet mit historischem Erbe: Die Ästhetik des Le Sarto ist inspiriert von der glamourösen Geschichte des Ortes
Luxuriös, mit viel Privatsphäre direkt an der Piste zu nächtigen, ist der Traum vieler Ski-Enthusiast:innen. Henry Jacques Le Même gilt als Erfinder der komfortablen Ski-Chalets und als prägende Figur der alpinen Architektur des 20. Jahrhunderts. Von 1941 bis 1943 errichtete der französische Architekt das Chalet „Le Sarto“. Das Interior Studio Claves widmete sich nun der Renovierung des Hauses. Am Rande des Montée du Calvaire, oberhalb des Zentrums von Megève, liegt das 650 Quadratmeter große Alpen-Chalet „Le Sarto“. Das Ferienhaus samt Nebengebäude hat acht Schlafzimmer und kann bis zu 15 Gäste beherbergen.
Historischer Ursprung, zeitgenössischer Stil
„Unser Designkonzept basiert auf der Geschichte des Ortes und seiner Umgebung. „Le Sarto“ ist ein reich verziertes und sehr gut erhaltenes Chalet mit Originalmöbeln, die Henry Jacques Le Même selbst entworfen hat“, erklärt Soizic Fougeront, die im Jahr 2022 gemeinsam mit Laure Gravier das Studio Claves gründete. Zuvor arbeiteten die beiden mehrere Jahre zusammen im Studio von Pierre Yovanovitch, wo Laure als künstlerische Direktorin tätig war und Soizic die Entwicklung des Möbelbereichs betreute.
Die Idee Henry Jacques Le Mêmes, in den Räumen Eleganz und Funktionalität miteinander zu vereinen, bewahrten Claves bei der Renovierung ebenso, wie den ursprünglichen Charakter des Hauses. Ergänzt wurde der Wellnessbereich mit Fitnessraum, Innen- und Außenpools.
Alpine Folklore, neu interpretiert
„Die zahlreichen Zeichnungen und Pläne der regionalen Archiven dokumentieren sehr gut Le Mêmes Ideen. Wir strebten eine zeitgenössische Neuinterpretation seines Werks an und fragten uns: „Wie hätte er dieses Haus wohl heute restauriert?“, sagt Laure Gravier. Die Aufgabe der beiden Französinnen beinhaltete auch die Restaurierung der historischen Elemente. Dazu gehörte neben der Fassade, der Holztreppe, der Möbel und der Rekonstruktion des Balkons nach historischen Zeichnungen auch die Holzvertäfelung in den Schlafzimmern und Badezimmern. „Wir entwickelten zudem Konzepte mit den charakteristischen geometrischen Motiven des Architekten, für die er sich von der alpinen Folklore inspirieren ließ. Außerdem brauchten wir Ideen für die individuellen Fliesen in Schwimmbad, Badezimmer und am Kamin“, so Soizic Fougeront. Ergänzt wurden von den beiden Designerinnen Kunstwerke mit figurativen und folkloristischen Elementen in Form von Gemälden und keramischen Fresken zeitgenössischer Kreativer. Dazu gehören das Fresko in der Bibliothek, die Wandkeramik im großen Badezimmer oder der von Hand gewebte Teppich im Kinderzimmer.
Weil alles im Chalet darauf angelegt ist, den Lebensstil der Pariser High Society widerzuspiegeln, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihre Winter in den Bergen verbrachte, finden sich in den Räumen auch Gemälde, Fotografien, Archivbilder und Zeitschriftenseiten aus jenen Tagen. Laure Gravier empfand es als herausfordernd, die Balance zu finden zwischen der Wertschätzung für Le Mêmes Originalwerk und dem Dazutun der eigenen Designsprache: „Wir wollten ein zeitgemäßes, wohnliches Interieur kreieren, das nicht wie ein Museum wirkt.“
Rot, Grün und dunkles Holz
Auch farblich orientierten sich die Designerinnen an der ursprünglichen kontrastreichen Palette aus roten und grünen Nuancen sowie dunklen Holztönen, die charmant und harmonisch wirken. Soizic Fougeront fasst das idyllische Alpenflair des Le Sarto so zusammen: „Die Räume sind äußerst gemütlich und einladend. Aber auf der Terrasse zu sitzen, während die Sonne das darunterliegende Tal in ein warmes Licht taucht, ist zweifellos ein magischer Moment.“
















