INSPIRIERENDE STORYS

Die Welt des Buchstabendesigns

Apps und Games setzen auf Schriftarten – und du kannst das auch.

Von Filmplakaten bis hin zu Werbung – jeden Tag begegnen uns die unterschiedlichsten Schriftarten und Typografien. Das eine beschreibt das Design von einzelnen Buchstaben und Zeichen und das andere die klare und visuell ansprechende Gestaltung der Textelemente.

Dank der immer größeren Auswahl an Apps und sozialen Kanälen ist es mittlerweile so leicht wie nie, an eine einzigartige und auffällige Typografie und Schriftart heranzukommen.

Im Folgenden erfährst du, mit welcher Schriftart alles anfing, welche Apps und Spiele besonderen Wert auf Buchstabendesign legen und wie du deinen ganz eigenen Stil entwickelst.

Die erste Schriftart der Welt

Im 15. Jahrhundert erfand Gutenberg die Druckpresse, die mithilfe von Typen die Massenproduktion von Büchern ermöglichte. Als Urschriftart gilt die Fraktur, die auf der Buchstabengestaltung beim handschriftlichen Kopieren von Texten basiert.

Ein paar Jahrzehnte später entwarf der französische Buchdrucker und Typendesigner Nicolas Jenson die Schriftart Antiqua, die sich besser lesen ließ und den vorhandenen Platz effizienter ausnutzte – und gleichzeitig den Anfang der Schriftarten-Evolution markierte.

Die Frakturschrift spiegelt die Ästhetik der damaligen Handschriften wider.

Heute sind wir von einer enormen Vielfalt von Schriftarten umgeben: Times New Roman geht auf die britische Zeitung „The Times“ zurück; Futura stammt aus der Feder von Paul Renner und ist an den Bauhaus-Stil angelehnt; und Helvetica von Max Miedinger und Eduard Hoffmann ist für ihre klare Schlichtheit bekannt.

Welche Schriftart gefällt dir besser: Helvetica oder Times New Roman?

Schriftarten in Spielen

Spiele machen sich oft typische Schriftarten zunutze, um einen bestimmten Stil oder eine bestimmte Stimmung zu vermitteln. Zum Beispiel RUN GODZILLA: In diesem witzigen Idle Game muss dein Dorf Godzilla für ein Wettrennen gegen andere Kaiju fit machen – bei der kultigen Schrift handelt es sich um die gleiche, die auch für die Filme verwendet wurde.

Die Godzilla-Schrift wurde ursprünglich als Blickfang für Plakate entwickelt und lässt sich bei einer feineren Darstellung manchmal nicht so gut lesen. Deswegen wurde sie in RUN GODZILLA mit der Schriftart Tekki Gothic vermischt, die auch bei geringer Größe eine optimale Lesbarkeit gewährleistet, aber trotzdem dem stilechten Godzilla-Feeling treu bleibt, das Filmfans auf der ganzen Welt begeistert.

Die kultige Godzilla-Schrift taucht in RUN GODZILLA auf.

Schriftarten in Apps

Typografie spielt auch in vielen Apps eine wichtige Rolle, wie in Halide Mark II - Pro-Kamera und Spectre Kamera. Beide verwenden typische Schriftarten, um genau das Gefühl hervorzurufen, das beim Knipsen mit einem Fotoapparat entsteht.

Die manuelle Kamera-App Halide Mark II ermöglicht die individuelle Einstellung von Blendenverschluss, Belichtungszeit, Weißabgleich oder auch Fokus, und Spectre Kamera macht die Aufnahmen mit Langzeitbelichtung zu einem wahren Klacks.

Die Foto-Apps Halide Mark II und Spectre Kamera machen sich zeittypische Schriftarten zunutze.

Hinter beiden Apps steckt dasselbe Team: Sebastiaan De With kümmerte sich ums Design und Ben Sandofsky um alles andere. Von Anfang an war es ihnen wichtig, die passende Schriftart zu entwickeln – dies war bereits bei Halide der Fall, der Vorgängerversion von Halide Mark II.

Die manuelle Handhabung von Halide Mark II erinnert an die Bedienung einer realen Kamera.

„Während der Arbeit an Halide war uns klar, dass wir eine Fotoerfahrung schaffen wollten, die über ein reines App-Erlebnis hinausgeht“, berichtet De With. „Wir nahmen uns zum Ziel, das Fotogefühl von Analogkameras nachzubilden.“

„Nachdem du die App installiert und geöffnet hast, fällt dir als Erstes ins Auge, dass die Bedienoberfläche einer realen Kamera gleicht. Zum Beispiel gibt es einen Auslöser, der sich betätigen lässt, und noch viele weitere Funktionen. Dazu zählt auch die Schriftart Halide Router, die ich zusammen mit dem niederländischen Typendesigner Jelmar Geertsma entworfen habe.“

Jelmar Geertsma fertigte die Schriftart Halide Router nach Maß an.

„Das Gehäuse und die Blende einer Analogkamera bestehen aus Metall und beim Eingravieren der Buchstaben kommt ein kleines hartes Objekt mit Rundspitze wie bei einer Kugelschreiber-Mine zum Einsatz“, erläutert De With.

„Aus diesem Grund sind bei vielen Filmkamera-Schriftarten die gerade Linien genauso groß wie die runden Elemente. Wegen des abgerundeten Gravurwerkzeugs waren logischerweise auch die Bögen und Spitzen der Buchstaben abgerundet. Dieses Konzept nahmen wir für unsere Arbeit an Halide Router als Grundlage.“

Halide Router ist eine Hommage an die Schriftzüge auf Analogkameras.

Deine eigene Schrift

Mit Apps wie iFontMaker steht deinem eigenen Typendesign nichts mehr im Weg. Nimm die Hilfslinien der App als Ausgangspunkt, um deine Buchstaben zu entwerfen und ihnen mit den Bearbeitungs-Tools den Feinschliff zu verpassen.

Zusätzlich zum lateinischen Alphabet lassen sich die Schriften mit kyrillischen und griechischen Buchstaben, aber auch mit japanischen und Kanji-Zeichen entwerfen. Wenn du fertig bist, speicherst du deine Schriftart ab, um sie auf deinem iPhone, iPad oder Computer nutzen zu können.

iFontMaker erleichtert dir die Erstellung deiner eigenen Schriftarten.

Die Design-App Canva: Design, Foto & Video ist vollgepackt mit Funktionen, die deine Gestaltungsideen in puncto Typografie und Schriftart zum Leben erwecken. Du möchtest ein klares, elegantes Markendesign einführen, eine auffallende Einladung entwerfen oder deine Social Media-Postings aufpeppen? Egal, was du bezwecken möchtest – für eine wirkungsvolle Optik kommst du um diese App kaum herum.

Seit der Erfindung der ersten Druckpresse hat sich im Schriftarten- und Typografie-Design einiges getan. Heutzutage haben Profis wie Laien im Bereich Gestaltung und Entwicklung endlos viele Möglichkeiten, um mit jedem Wort und jedem Buchstaben ordentlich Eindruck zu schinden.